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DER FLUG

Es ist ratsam die Mutter-Kind-Reihe zu buchen, denn da hat man nicht nur mehr Beinfreiheit, sondern es gibt ein aufklappbares Tischchen wo Stewards und Stewardessen eine Babyschale oder einen Babysitz befestigen können. Tolle Sache diese Mutter-Kind Reihe. Als Familie mit kleinem Kind durften wir direkt nach der First Class ins Flugzeug steigen und bekamen sogleich eine kleine Einführung von einer lieben Stewardess wie das mit dem Sicherheitsgurt funktionierte. Bei Start und Landung muss Baby nämlich auf dem Schoß eines Elternteils sitzen, hier bekommt man eine Art Gutverlängerung, die man am eigenen Gurt festmachen kann. Das einzig blöde bei all den Annehmlichkeiten (wobei das natürlich Jammern auf sehr hohem Niveau ist): Auch bei Turbulenzen muss Knopfi auf den Schoß, also auch wenn er oder sie seelenruhig im Babykörbchen schläft. Aber was soll's, Sicherheit geht schließlich vor.

Nachdem alle Passagiere an Bord sind und das Flugzeug beginnt abzuheben empfiehlt es sich wegen des Druckausgleichs zu stillen bzw. Fläschchen zu geben. Notfalls tut es aber natürlich auch ein Schnuller. Ich konnte mir im Vorfeld das gar nicht vorstellen wie das denn klappen sollte mit dem Stillen. Doch das Baby lässt sich trotz Sicherheitsgurt gut am Schoß zur Seite drehen was somit also kein Hindernis darstellt. Timing ist hier natürlich alles. Den Hunger der Kleinen soweit hinauszuzögern bis das Flugzeug startet aber nicht so lange, dass es in wildem Geschrei endet kann vielleicht für die ein oder andere gefühlt ein Ding der Unmöglichkeit sein. Aber ich kann ein wenig entwarnen, ich empfand es wirklich gar nicht so schlimm wie ursprünglich erwartet. Überhaupt sollte die Devise bei Familienurlauben generell sein gelassen an alles ran zu gehen. Die Gelassenheit überträgt sich ja schließlich aufs Baby ;)

 

Buttercups 1. Flug

Unser Flug ging von München nach London Heathrow. Dort stiegen wir um, um dann nonstop nach San Francisco zu fliegen. Der Aufenthalt war problemlos und wir konnten uns gemütlich die Zeit totschlagen indem wir Hanna auf einer kleinen Picknickdecke herumkrabbeln und spielen ließen. Auch hier war wieder unsere Emei-Baby Trage im Einsatz und erleichterte Wege von Terminal zu Terminal und einem Gate zum anderen Gate um ein vielfaches.

Sobald wir, natürlich wieder bei den ersten, im großen Airbus eingestiegen waren und es uns gemütlich gemacht haben kann eine freundliche Stewardess und bot an unseren Sitznachbarn nach erreichter Flughöhe umzusetzen, sodass wir mehr Platz haben. Wow, wirklich top und zuvorkommend. Ich denke nicht nur wir, auch der einzelne Herr (der wohl fälschlicherweise in dieser Reihe gebucht hatte?) profitierte von der Umplatzierung sehr und nun stand dem laaaangen Flug nichts mehr im Wege. Hanna schlief bereits beim Start ein, weshalb ich nicht mal stillen konnte, aber solange sie keine Beschwerden durch den Druckausgleich hatte, war das egal. Sie schlief die ersten Stunden in meinen Armen- zugegeben, bei größeren Kindern wahrscheinlich nicht mehr optimal und gemütlich, aber mich störte das nicht. Im Gegenteil: Ich genoss es in vollen Zügen, auch wenn ich sie den ganzen Tag herumtrage und sie sich bis zu 20 Stunden am Tag an mich kuschelte.

Während des Fluges gab es keinerlei Probleme. Nur das Wickeln gestaltete sich als schwierig, denn in den Toilettenkabinen gab es nur schmale Klappwickeltische ohne Auflage und unsere mitgebrachte Wickelauflage fiel sehr klein und vor allem dünn bzw. wenig gepolstert aus, weshalb das Wickeln im Schreimarathon endete, aber nach 2 Minuten war auch das erledigt. Ich bin davon überzeugt, dass für den gelungenen Ablauf hauptsächlich meine bzw. unsere Gelassenheit verantwortlich oder zumindest erdend war. Wir wollten nach der nicht enden wollenden Sommersaison im Hotel einfach nur noch von Zuhause weg- und das waren wir endlich: Weg. Uns konnte also nichts aus der Fassung bringen. Und schon im Vorfeld beschlossen wir wenn Zwergi sogar nonstop während des Fluges schreien sollte- dass auch das vorbei geht und wir uns durch nichts die Urlaubsfreude verderben lassen. Wir zogen es also durchaus in Betracht, dass ein Flug mit Baby auch so ablaufen kann, diese paar Stunden Geschrei, gefangen auf engsten Raum ohne Chance auszuweichen, wären zwar irgendwie peinlich für uns gewesen, aber mein Gott, dann wäre es halt so gewesen und wir hätten uns auch damit arrangiert.

Übrigens beim Rückflug verlief bei uns ebenso alles unproblematisch. Eine Familie hinter uns hatte allerdings weniger Glück, ihr circa 2 jähriges Töchterchen schrie und weinte fast die ganzen 9 Stunden bis nach London. Aber zu meiner positiven Überraschung nahmen es alle- wirklich alle- Passagiere gelassen und die Familie, der dieser Umstand sichtlich peinlich war- wurde von allen Seiten mitfühlend und liebevoll unterstützt. Es erstaunte mich wie viel Verständnis wir hier miterleben konnten- uns das in einer Welt wo man überhaupt mit Kind(ern) wirklich teilweise schon schief angeguckt wird. Also ein Hoch auf alle Mitreisenden dieses Flugs! Auf soviel Mitgefühl und Verständnis trifft man selten- Wirklich Klasse! Und vielleicht für den ein oder anderen sogar eine kleine Beruhigung vor dem bevorstehenden Flug mit Baby :)